Der lange Weg zu edlem Furnier

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Sehr wichtig: Die Bewertung des fertigen Furniers. Foto: Roser AG
Sehr wichtig: Die Bewertung des fertigen Furniers. Foto: Roser AG

Für einen Furnierhersteller ist ein Baum weit mehr als ein Baum. Er ist Charakter, Potenzial – manchmal sogar ein kleiner Schatz. Und bis aus einem vielversprechenden Stamm tatsächlich edles Furnier entsteht, ist es ein langer, sorgfältig geplanter Weg. Erst durch die kunstvolle Bearbeitung verwandelt sich ein auf den ersten Blick unscheinbarer Stamm in ein Material, das nahezu alles veredelt, was sich furnieren lässt.

Mehrere Holzarten eignen sich hervorragend für die Furnierherstellung. Besonders beliebt sind die warmen, hellen Töne von Ahorn und Buche. Aber auch Eiche, Esche und Nussbaum liefern außergewöhnliche, individuelle Furnierbilder. Geschlagen werden die von Experten ausgewählten Bäume traditionell im Winter – dann, wenn kaum Triebe vorhanden sind und das Holz von Natur aus trockener ist.

Im Furnierwerk angekommen, werden die Stämme zunächst sorgfältig aufeinandergestapelt und intensiv gewässert sowie einem Dampfbad unterzogen. Erst wenn das Holz genügend Feuchtigkeit aufgenommen hat, beginnt die eigentliche Verwandlung: Die Rinde wird entfernt, das Holz wird geschmeidiger und lässt sich je nach gewünschter Optik messern, wie ein Apfel rundherum schälen oder mit einer speziellen Säge aufrauen. „Die spätere Verwendung des Furniers entscheidet außerdem, wie dick das Furnier werden soll. Normalerweise werden Furnierblätter mit einer Dicke von rund 0,45 Millimetern bis etwa 6 Millimetern gefertigt. Auf Wunsch des Kunden wird davon aber auch abgewichen“, erklärt Dirk-Uwe Klaas, Geschäftsführer der Initiative Furnier + Natur (IFN).

Weiteres Trocknen, Qualitätsauswahl und Zuschnitt folgen

Die frisch erzeugten Furnierblätter müssen anschließend langsam und behutsam weiter getrocknet werden – sonst drohen Wellen oder Risse. Danach erfolgt die Sortierung nach Qualität und Maserung sowie der Zuschnitt auf die gewünschte Größe. „Die dabei entstehenden Einzelteile werden schließlich entweder so wie sie sind weiterverarbeitet oder sie werden zu sogenannten ‚Decks‘ zusammengesetzt“, so Klaas. Diese Decks werden anschließend mit Leim und hohem Druck auf Trägermaterialien wie Spanplatten, MDF-Platten, Multiplexplatten, Sperrholz oder Massivholz-Stäbchenplatten aufgebracht. Und dann beginnt der vielleicht schönste Teil des Prozesses: die Verwandlung alltäglicher Gegenstände in kleine und große Kunstwerke.

Vom filigranen Furnier für Lesebrillen, Mousepads oder Visitenkarten über sportliche Highlights wie Skier und Kite-Boards bis hin zu edlen, handgefertigten Handtaschen, eleganten Waschbecken und Badewannen sowie gemütlichem Licht verbreitenden Leuchten für anspruchsvolle Wohnstile oder außergewöhnlichen Designer-Möbeln für naturverbundene Individualisten – Furnier zeigt, wie viel Schönheit in einem einzigen Baum stecken kann. IFN/DS

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