Sägen über den Wolken

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Das Panorama 2962 auf der Zugspitze

Wilhelm Kraus Panorama 2962 auf der Zugspitze | Erika von Mafell | IHM | (c) MAFELL AG
Wilhelm Kraus im Panorama 2962 auf der Zugspitze| (c) MAFELL AG

Wilhelm Kraus verlegt Naturholzdielen im Panorama 2962 auf der Zugspitze mit Elektrowerkzeugen und „Erika“ von Mafell.

Wenn Wilhelm Kraus aus seinem Haus in Grainau tritt und den Kopf etwas zurücklegt, dann hat er die Zugpitze im Blick – wenn diese nicht gerade in Wolken gehüllt ist. Für mehr als eine halbe Million Menschen jährlich ist der Besuch von „Top of Germany“ ein bewegendes Ereignis, für den 50-Jährigen war das höchstgelegene Gastronomiebetrieb Deutschlands sieben Wochen sein Arbeitsplatz. Stets mit dabei, seine Erika – von Mafell. Damit und mit der Kappschienen-Säge KSS 300 und der Präzisionsstichsäge P1 cc hat er mit seinem Team 750 Quadratmeter Massivholzdielen in der Gipfelgastronomie Panorama 2962 verlegt.

Der Raumaustattermeister führt in dritter Generation am Fuß der Zugspitze den Familienbetrieb, ist Bereitschaftsführer der örtlichen Bergwacht. Nicht nur deshalb ist er der Zugspitze sehr nahe. Wilhelm Kraus arbeitet seit gut 30 Jahren für die Bayerische Zugspitzbahn und hat deshalb auch als Zwei-Mann-Betrieb das Angebot für die Verlegung des Naturholzbodens abgegeben – und den Zuschlag erhalten. „Wir sind mit meinem Sohn, unseren Helfern und den Mafell Maschinen seit Jahren ein eingespieltes Team. Jeder weiß, wo er bei uns hinlangen muss“, erzählt Kraus.

Geringe Restfeuchte und präzise Anschlüsse

Zunächst war aber Warten angesagt. Wegen der Wetterkapriolen während der Bauphase verzögerte sich die Bodenbelagsarbeiten Woche um Woche. Die Zeigt drängte, denn für 1. Juli war die Eröffnung terminiert. Bis zu 20 Handwerker arbeiteten parallel im Bereich der Gipfelgastronomie. Ein Mitarbeiter von Kraus war nur damit beschäftigt, die nächsten Flächen freizuräumen. Dann musste es schnell gehen, um den Boden vorzubereiten, den Kleber aufzubringen und Nut- und Federdielen von Weiss im wilden Verband zu verlegen. Diele um Diele und arbeitete sich das Team im durch den gesamten Gastronomiebereich.

So sehr die Zeit beim Verlegen drängte, so viel Zeit gönnte Wilhelm Kraus den Massivholzdielen sich an die besondere Umgebung auf nahezu 3.000 Meter anzupassen. Bereits im Winter wurden 15 Paletten gerauchter und geölter Eichendielen (147 cm x 13,7 cm und 197 x 13,7 cm) mit der Fahrgastkabine in die Höhe transportiert. Wilhelm Kraus hat im Februar eine Restfeuchte von acht bis neun Prozent gemessen. Mitte Mai beim Verlegen sank der Wert auf nur noch sechs Prozent. „Die Luft ist sehr trocken, große Schwankungen beim Feuchtegrad gibt es nicht“, weiß er. Deshalb hat er sich auch entschieden, den Boden nicht schwimmend zu verlegen, sondern zu verkleben und selbst beim Anschluss an die Fensterelemente auf eine Dehnfuge zu verzichten. Fast:
Mit 0,5 Zentimetern Abstand zu den Fensterelementen ist der Boden verlegt.

Präzise Schnitte ohne Ausriss vermeiden Nacharbeit

Wer es so genau nimmt, der benötigt präzise Werkzeuge. Deshalb haben Wilhelm Kraus und sein Sohn Bernhard Kraus beim der Verlegen von Fertigparkett, Laminat oder Naturholzböden immer ihre „Erika“ im Gepäck. Die Unterflur-Zugsäge von Mafell ist kompakt und kann auch alleine an den Verlegeort getragen werden. Nicht nur diese ganz praktischen Eigenschaften überzeugen Vater uns Sohn Kraus von dem Klassiker, sondern vor allem die Präzision beim Sägen. Der wesentliche Grund, warum die Präzisionsstichsäge P1 und die Kappschienen-Säge KSS 300 von Mafell mit dabei sind.

Die leistungsstarken Allrounder trennen auch die 20 Millimeter starken Massivholzdielen aus Eiche ohne sichtbaren Ausriss auf. „Das ist optimal, denn ich muss nicht mehr nacharbeiten“, berichtet Wilhelm Kraus. Auch deshalb konnte sein Team auf Deutschlands höchstgelegener Baustelle meist um fünf Uhr mit den Besuchern die Talfahrt antreten, selten um sieben Uhr, wenn die Arbeiter zurück an den Eibsee gebracht wurden.

Seit dem 21. Dezember 2017 befördert die neue Seilbahn Zugspitze pro Fahrt bis zu 120 Personen von der Talstation am Eibsee bis zur Bergstation, die wie ein gläsernes Horn 35 Meter frei über dem Bergmassiv auskragt. Mehr als 100.000 Fahrgäste haben die Betreiber in den ersten drei Monaten nach der Wiedereröffnung gezählt. Alpinisten, Sommerausflügler, Wintersportler und Touristen aus aller Welt erleben auf der zehnminütigen Fahrt zum Gipfel drei Weltrekorde: Die großzügig verglasten Kabinen passieren die mit 127 Metern weltweit höchste Stahlbaustütze, überwinden den weltweit größten Höhenunterschied von 1.945 Meter mit dem weltweit längsten freien Spannfeld mit 3.213 Metern.

Das Thermometer steigt auf Deutschlands höchstem Berg auch im Hochsommer selten über null Grad, der Wind aus West peitscht den Regen über das Zugspitzplateau herüber. Im Panorama 2962 erleben die Gäste seit 1. Juli 2018 bei alpinen Schmankerln das Naturschauspiel und den grandiosen Blick durch die bodentiefen Fenster sehr unmittelbar und dennoch in gemütlicher Atmosphäre. Mit der Eröffnung des Panorama 2962 verbindet sich das einzigartige 360-Grad-Panorama über den Alpen mit einem kulinarischen Hochgenuss zu einem Gesamterlebnis. In Anlehnung an den beeindruckenden Vier-Länder-Panoramablick heißt das Motto der Gipfelgastronomie „Das Beste aus vier Ländern“. Auf die Teller kommen Gerichte aus Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz. Das architektonisch aufwendig gestaltete Restaurant bietet in fünf Bereichen Platz für bis zu 450 Gäste – zudem werden 850 Sitzplätze im Außenbereich angeboten.

Panorama 2962 mit fünf Bereichen

Das neue Restaurant auf der Zugspitze steht – nomen est omen – für beste Aussichten auf landschaftlicher wie kulinarischer Ebene. Vielsagend sind auch die einzelnen Bereiche des Gastro-Ensembles benannt: So deckt der offene Counterbereich einerseits das Panorama 2962 Seeblick ab, vom dem aus die Gäste hinunter auf den malerischen Eibsee schauen können.
Holzdecken und Lodenpolsterungen vermitteln in diesem dieses Wirtshaus über den Wolken auch bei Hochbetrieb Gemütlichkeit. Im Osten geben bodentiefe Fenster den Blick auf den AlpspiX und das Zugspitz-Gipfelkreuz frei, Richtung Norden laden Stehtische mit Barhockern dazu ein, die Aussicht auf das Voralpenland zu genießen. Vom Seeblick aus erhalten Interessierte außerdem tolle Einblicke in die Technik der Zugspitz-Seilbahn.

Auf der anderen Seite des Counterbereiches bietet das Panorama 2962 Gipfelblick freie Sicht auf das zum Greifen nahe Gipfelkreuz. Wilhelm Kraus ist hier auch am Wochenende nicht anzutreffen. Er ist als Breitschaftsleiter der Bergwacht meist dann unterwegs, wenn es für die Verunglückten nicht mehr so entspannt ist.

Arbeitsplatz mit Fernblick: Auf nahezu 3.000 m Höhe verlegten Wilhelm Kraus mit seinem Team den Naturholzboden im Panorama 2962. (Fotos: MAFELL AG)
Arbeitsplatz mit Fernblick: Auf nahezu 3.000 m Höhe verlegten Wilhelm Kraus mit seinem Team den Naturholzboden im Panorama 2962. | (c) MAFELL AG

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